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...Fortsetzung von der letzten Seite

Es war am 16. Oktober, als ich es nicht mehr aushalten konnte, daß meine Freundin mich sitzengelassen hatte. Bevor ich die Schule verließ, sah ich sie noch kurz, und in meinen Gedanken verabschiedete ich mich von ihr, weil ich wußte, daß heute mein letzter Tag in dieser prolligen, oberflächlichen Schule sein würde. Als ich ging, plante ich in Windeseile meinen Tod. Ich kam nicht auf die Idee, irgendjemandem davon zu erzählen, weil ich in aller Ruhe irgendwo sterben wollte. Also ging ich direkt in die Apotheke und kaufte mir die Schlaftabletten. Danach fuhr ich in die Stadt, wo ich eine Flasche Sekt kaufte. Als ich wieder zu Hause war, versteckte ich die Sachen so, daß meine Mutter sie nicht finden kormte. Nachdem alle Vorbereitungen getroffen waren, versuchte ich nachzudenken. Ich bildete mir ein, daß der "liebe" Gott mir meine Freundin weggenommen hatt, weil er vielleicht auch der Meinung war, daß ich auf dieser Welt nichts mehr zu suchen hatte.

Am nächsten Morgen ging meine Mutter schon früh arbeiten, und ich dachte nicht daran, zur Schule zu gehen. Als ich aufstand, schnappte ich mir die Schlaftabletten, setzte mich an meinen Schreibtisch und schluckte sie alle nacheinander hinunter. Wenn ich heute daran denke, habe ich immer noch diesen bitteren, rauhen Gaschmack im Mund.Danach öffnete ich die Flasche Sekt und leerte sie innerhalb von fünf Minuten. Ich saß in irgendeiner Ecke meines Zimmers, heulte vor mich hin und dachte an mein verkorkstes Leben. Plötzlich mußte ich an die Reaktion meiner Mutter denken, wenn sie mich in diesem Zustand sehen würde. Ich bekam Angst, weil ich ihr das nicht antun wollte, und rief die Polizei an. Dem Mann am anderen Ende erzählte ich, was ich getan habe, und er meinte, er würde sich darum kümmern. Fünf Minuten später stand der Krankenwagen vor der Tür, und der Arzt kümmerte sich ganz toll um mich. Nachdem mir der Magen ausgepumpt wurde, kam ich auf die Intensivstation. Dort lag ich ein paar Stunden, bis meine Eltern vorbeikamen. Diese Minuten waren sehr schlimm, weil ich nicht imstande war, meine Eltern zu trösten oder ihnen irgendetwas Vernünftiges zu sagen. Am nächsten Tag sprach eine Frau vom Jugendamt mit mir. Ich sagte, daß ich nicht mehr zu Hause wohnen möchte und auch nicht mehr in meine alte Schule gehen will. Sie meinte daraufhin, daß es das beste ist, wenn ich mich in die Rheinische Landesklinik einweisen lasse.

Und so kam ich dann am 21. Oktober dorthin. Ich rechnete damit, ungefähr sechs Wochen dazubleiben, und das kam mir schon sehr lange vor. Aus diesen sechs Wochen wurde jedoch ein Jahr, das wie im Flug verging. Ich hatte von Anfang an zu den anderen Jugendlichen ganz tolle Kontakte, und das machte den Aufenthalt dort viel leichter. Was ich dort gelernt habe, ist, meine Probleme differenziert zu sehen, und mich nicht direkt umzubringen. Zwei Wochen vor meiner Entlassung ging es mir sehr schlecht, weil ich einen wahnsinnigen Streß mit meinem Vater hatte und mir der Abschied nicht gerade leicht fiel. Doch dann begann ich, mich auf meine Entlassung zu freuen, weil ich mich unheimlich stabil und sicher fühlte.

Ich kam nach meiner Entlassung in die Tagesklinik. In den ersten vier Wochen ging es mir total gut. Doch dann fingen plötzlich meine Schlafschwierigkeiten an, und ich wurde wieder depressiv.

Jetzt frage ich mich, was mir der stationäre Aufenthalt eigentlich gebracht hat, wenn es mir doch jetzt genauso geht wie früher. Ich fühle mich von dem Leben verarscht, weil ich manchmal das Gefühl habe, ein "unheilbarer Fall" zu sein. Egal wo ich bin oder was ich mache, diese Traurigkeit ist immer bei mir. Im Moment ist es so schlimm, daß ich meinen Eltern unbewußt das Leben schwermache. Mir wird immer bewußter, daß es doch noch eine Menge Dinge gibt, die ich nicht verarbeitet habe. Auf der anderen Seite bin ich aber auch ein sehr albernes Mädchen, das gerne mit anderen Leuten zusammen ist. Vielleicht schaffe ich es ja irgendwann, aus dieser Zwiespältigkeit herauszukommen, und mit meiner Gefühlsduselei fertigzuwerden.

Mara* (10. Kl.)

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